Grundversorgung in Frankfurt am Main 2026 – was Mainova-Kunden wissen sollten
Wer nach dem Einzug keinen eigenen Stromvertrag abschließt, landet automatisch in der Grundversorgung bei Mainova. Das ist praktisch, aber selten die günstigste Lösung. Wir zeigen, was der Tarif Strom Classic aktuell kostet, wann er greift und wie schnell du wieder raus bist.
📋 Inhaltsverzeichnis
1. Was ist die Grundversorgung überhaupt?
Die Grundversorgung ist eine gesetzliche Auffangregelung aus der Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV): In jedem Netzgebiet gibt es einen Versorger, der jeden Haushalt beliefern muss, der sonst keinen Vertrag hat. In Frankfurt am Main übernimmt diese Rolle Mainova AG mit dem Tarif Strom Classic.
Wichtig für den Alltag: Grundversorger und Netzbetreiber sind zwei getrennte Rollen. Mainova liefert den Strom und stellt die Rechnung, während NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH das Stromnetz betreibt und für Anschluss sowie Zähler zuständig ist. Ein Wechsel des Stromanbieters ändert daran nichts, das Netz bleibt in jedem Fall bei NRM.
2. Wann landest du automatisch in der Grundversorgung?
Am häufigsten passiert das beim Einzug: Wer in eine neue Wohnung zieht und keinen Liefervertrag abschließt, wird ab dem ersten Tag automatisch von Mainova beliefert. Bei der hohen Fluktuation in Frankfurter Mietwohnungen, etwa durch Berufseinsteiger oder WG-Wechsel, ist das einer der häufigsten Gründe für den Rutsch in die Grundversorgung.
Der zweite Fall betrifft bestehende Verträge: Fällt ein Anbieter aus, etwa durch Insolvenz, greift zunächst die Ersatzversorgung (siehe Abschnitt 4). Wer danach nichts unternimmt, rutscht anschließend automatisch in die reguläre Grundversorgung.
3. Mainova Strom Classic: Was kostet die Grundversorgung aktuell?
Nach dem gültigen Preisblatt von Mainova (Stand 01.01.2026) liegt der Arbeitspreis im Tarif Strom Classic bei 38,78 ct/kWh, der Grundpreis bei 91,49 € im Jahr. Bei einem Verbrauch von 2.500 kWh im Jahr, einem typischen Wert für einen Ein- bis Zweipersonenhaushalt, macht das rund 1.061 € pro Jahr.
Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht. Wechseltarife in Frankfurt starten aktuell ab rund 28 ct/kWh, bei gleichem Verbrauch liegt der Unterschied damit häufig bei über 200 € im Jahr. Die Grundversorgung ist rechtlich sicher und unkompliziert, aber fast nie der günstigste Weg durchs Jahr.
4. Ersatzversorgung vs. Grundversorgung: der Unterschied
Beide Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber unterschiedliche Dinge. Die Ersatzversorgung greift, wenn ein bestehender Liefervertrag ohne Anschlussvertrag endet, etwa weil ein Anbieter überraschend die Belieferung einstellt. Sie ist gesetzlich auf maximal drei Monate befristet und dient als Notfallbrücke.
Die Grundversorgung dagegen ist unbefristet. Wer nach Ablauf der Ersatzversorgung weiterhin keinen eigenen Vertrag hat, rutscht automatisch dort hinein und bleibt es, bis er selbst kündigt oder zu einem anderen Anbieter wechselt. Beide Tarife laufen bei Mainova unter unterschiedlichen Preisblättern, in der Praxis lohnt sich in keinem der beiden Fälle ein langes Verharren.
5. Wie kommst du aus der Grundversorgung wieder raus?
Der einfachste Weg führt über einen neuen Anbieter, nicht über eine separate Kündigung bei Mainova. Beauftragst du einen Wechseltarif, kündigt der neue Anbieter die Grundversorgung in aller Regel automatisch zum nächstmöglichen Termin, die zwei Wochen Frist laufen dabei im Hintergrund mit.
Willst du selbst kündigen, ohne bereits einen neuen Vertrag zu haben, reicht ein formloses Schreiben oder das Online-Formular von Mainova, ebenfalls mit zwei Wochen Frist. Ohne Anschlussvertrag folgt danach allerdings wieder die Ersatzversorgung, ein Wechsel mit nahtlosem Anbieterwechsel ist deshalb der praktischere Weg.
6. Häufige Fragen zur Grundversorgung in Frankfurt am Main
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